Das 2021 eröffnete Narbo Via ist Narbonnes bedeutendstes Römermuseum. Dieses interessante Museum widmet sich der antiken Vergangenheit der Stadt als Colonia Narbo Martius – der ersten römischen Kolonie in Gallien, die 118 v. Chr. gegründet wurde und ein florierender Seehafen war.

Das Museum ist äußerst modern, sorgfältig kuratiert und stellt einen auffälligen Kontrast zum üblichen Bild zerfallender Ruinen dar. Im Inneren finden Sie in einer Dauerausstellung über 950 Objekte, die in und um Narbonne ausgegraben wurden.

Warum wir Narbo über Narbonne besucht haben
Da wir in der Nähe von Narbonne im Minervois wohnen, sind wir immer auf der Suche nach Orten in der Nähe, die wir erkunden können. Daher stand Narbo Via schon seit einiger Zeit auf unserer Liste. Das Museum ist modern und auffällig und wir fuhren oft daran vorbei und dachten: „Wir sollten wirklich mal hingehen.“ An einem bewölkten Sonntag im Mai haben wir es schließlich geschafft, es zu besuchen, und das hier ist unser Eindruck …

Was Sie im Narbo Via Museum erwartet
Ein markantes modernes Gebäude
Das Gebäude selbst beeindruckt sowohl durch seine Größe als auch durch sein Design. Wir fühlten uns neben seiner riesigen, schlanken Struktur ziemlich klein. Der moderne, fast industrielle Stil des Museums bildet einen starken Kontrast zum reichen römischen Erbe Narbonnes. Die Außenfassade ist jedoch im Stil römischen Betons gestaltet und schafft so eine faszinierende Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart.

Unser Besuch begann gleich am Eingang des Museums. Eine große Europakarte zeigt Narbonnes Stellung im Römischen Reich und verdeutlichte so sofort den historischen Kontext.

Im Inneren ist das Museum unglaublich geräumig und hell. Es verfügt über ansprechende, weitläufige Galerien, die uns dazu einluden, uns Zeit zu nehmen und durch die Ausstellungen zu schlendern.

Die Beschilderung zu den Artefakten im gesamten Museum ist klar und informativ. Darüber hinaus haben wir es sehr geschätzt, dass alle Informationstafeln auf Französisch, Englisch und Spanisch verfasst sind. Dadurch sind sie für ein breites Publikum zugänglich.

Im gesamten Museum erwecken digitale Projektionen die Überreste der Artefakte zum Leben. Interaktive Nischen sorgen für ein immersives Erlebnis. Römische Gebäude und andere Elemente des römischen Alltagslebens werden vor Ihren Augen rekonstruiert, sodass Sie erleben können, wie die Stadt vor über 2.000 Jahren ausgesehen haben muss!

Highlights aus den Ausstellungen
Eines der auffälligsten Merkmale der Narbo Via ist die Lapidarium-Mauer, die Sie beim Betreten des Museums begrüßt. Diese dramatische visuelle Darstellung versetzt Sie in die Vergangenheit und lässt Sie die Größe und Erhabenheit des römischen Narbonne erleben.

Die Lapidarium-Mauer ist beeindruckende 76 m lang und 10 m hoch. Erstaunlicherweise sind dort rund 800 behauene Steinblöcke ausgestellt, die aus der gesamten antiken Stadt geborgen wurden. Sie ist nicht nur aufgrund ihrer Größe beeindruckend, sondern spiegelt auch die vielschichtige Vergangenheit der Stadt wider, die sich buchstäblich vor Ihren Augen auftürmt!

Jenseits der Lapidarium-Mauer ist das Museum in sechs thematische Abschnitte unterteilt, die jeweils einen anderen Einblick in das römische Leben bieten:
- Die erste römische Kolonie in Gallien
- Die Stadt und ihre Monumente
- Gesellschaft und Nekropolen (Grabfunde)
- Wohlhabende städtische Residenzen
- Ein Handelshafen am Mittelmeer
- Das frühe Christentum in der Metropole Narbonne
Neben den vielen gut erhaltenen Artefakten, die im gesamten Museum ausgestellt sind, zählten die Zeit in den immersiven digitalen Nischen zu unseren persönlichen Highlights. Besonders gefielen uns die Kurzfilme, die den Temple du Capitole und die verschiedenen römischen Schiffstypen, die einst in den antiken Hafen von Narbonne einliefen, anschaulich rekonstruierten.

Ein weiterer Höhepunkt unseres Besuchs waren die aufwendig erhaltenen Mosaikböden, die bei archäologischen Ausgrabungen auf der Stätte Clos de la Lombarde in Narbonne entdeckt wurden.

Natürlich erwecken auch die kleineren Alltagsgegenstände des Museums (z. B. Statuen, Münzen, Keramik und Spiele) die antike Welt zum Leben.

Insgesamt verließen wir Narbo Via mit einem echten Gefühl dafür, wie viel Geschichte noch immer unter unseren Füßen liegt, während wir tagtäglich durch das moderne Narbonne schlendern.
Praktische Informationen
Öffnungszeiten Narbo Via Narbonne
Narbo Via ist täglich außer montags geöffnet, wobei die Öffnungszeiten je nach Saison leicht variieren.
Mai bis September: 10:00–19:00 Uhr
Oktober bis April: 10:00–18:00 Uhr (*Auf der Website von Narbo Via wird 10:00 Uhr und nicht 11:00 Uhr wie auf dem Foto angegeben. Bitte überprüfen Sie dies vor Ihrem Besuch.)

Eintrittspreise für das Narbo Via Museum:
Erwachsene: 9 €
Unter 18 Jahren: Frei
Wechselausstellungen: 7 €
18–26 Jahre: Ermäßigter Multipass erhältlich
Kombitickets sind auch für andere lokale römische Museen erhältlich, beispielsweise für L’Horreum in Narbonne (ein faszinierendes unterirdisches römisches Lagerhaus) und Amphoralis (römische Töpferwerkstätten) im nahegelegenen Sallèles-d’Aude.


Persönlicher Tipp: Der Eintritt in die Narbo Via ist am ersten Sonntag jedes Monats inklusive der Wechselausstellung KOSTENLOS – Tickets müssen jedoch vorab online gebucht werden. Wir haben dieses Angebot genutzt, was unseren Besuch in der Narbo Via noch lohnender machte. Die Wechselausstellung während unseres Besuchs trug den Titel „Escale en Méditerranée romaine – Les ports antiques de Narbonne“.

Café-/Restaurant-Einrichtungen:
Am Eingang des Museums befindet sich ein kleines Café/Restaurant namens Cadence au Musée. Dieses ist von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (sonntags und montags geschlossen). An unserem Besuchstag war das Café jedoch geschlossen.


Persönlicher Tipp: Alternativ können Sie in der Altstadt von Narbonne essen. Diese ist nur 16 Gehminuten vom Museum entfernt und bietet eine größere Auswahl an Restaurants und Bars. Entdecken Sie einige unserer Lieblingsrestaurants in unserem ausführlichen Reiseführer zu Aktivitäten in Narbonne.
Parken an der Narbo Via:
In der Nähe des Narbo Via Museums stehen begrenzte kostenlose Parkplätze auf der Straße zur Verfügung. Als Einheimische, die Narbonne häufig besuchen, haben wir im nächsten Abschnitt jedoch einen besseren persönlichen Tipp zum kostenlosen Parken!
Tipps eines Einheimischen für einen Besuch in Narbo Via
Reisezeit:
Wenn Sie es lieber ruhiger mögen, empfehlen wir Ihnen, Narbo Via außerhalb der Saison oder an einem heißen Sommertag zu besuchen, wenn die meisten Menschen den Strand im nahegelegenen Narbonne Plage genießen.

An Wochenenden kann es bei Einheimischen etwas voller sein, besonders bei kühlerem Wetter. Wie bei den meisten Attraktionen ist das Museum in der Regel am frühen Morgen oder am späten Nachmittag weniger besucht. Planen Sie Ihren Besuch daher entsprechend, wenn Sie den Menschenmassen aus dem Weg gehen möchten.

Ein weiterer guter Zeitpunkt für einen Besuch der Narbo Via sind die vom Museum organisierten Wechselausstellungen und Sonderveranstaltungen. Wir hatten das Glück, während unseres Besuchs eine zeitgenössische Tanzvorführung zu sehen.
Wo Sie für Narbo Via parken können:
Unser bevorzugter Parkplatz ist der kostenlose Parkplatz hinter dem Theater- und Kinokomplex von Narbonne. Von diesem Parkplatz aus sind es nur fünf Gehminuten zum Museum. Von hier aus können Sie auch den kostenlosen Navette-Shuttle in die Altstadt von Narbonne nehmen oder einen 15- bis 20-minütigen Spaziergang entlang des malerischen Canal de la Robine genießen.

Weitere sehenswerte römische Stätten in der Nähe:
Die Narbo Via ist nur ein Teil des reichen römischen Erbes von Narbonne. Wenn Sie mehr über die römische Vergangenheit der Stadt erfahren möchten, finden Sie hier einige weitere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind:
- Das römische Horreum: Ein faszinierendes Netzwerk unterirdischer Lagertunnel, die in der Römerzeit für Getreide und Waren genutzt wurden. Das Horreum ist auch Teil des Multipass-Tickets von Narbo Via. Lesen Sie unseren anderen Artikel, um mehr über diese einzigartige Stätte in Narbonne zu erfahren.

- Die Via Domitia: Die Überreste der Via Domitia (der ersten Römerstraße Galliens) sind vor dem Palais des Archevêques in Narbonne deutlich zu erkennen. Der Besuch dieses offenen Aussichtsbereichs ist KOSTENLOS und bietet einen seltenen, ungestörten Blick auf diese alte Römerstraße.

- Clos de la Lombarde: Eine archäologische Stätte in Narbonne mit zwei Domus (römische Stadthäuser) und Thermalbädern, in denen viele Mosaike und Artefakte der Narbonne-Via freigelegt wurden.
- Amphoralis: Ein gallo-römisches Töpfermuseum und eine rekonstruierte Werkstatt in der nahegelegenen Stadt Sallèles-d’Aude. Amphoralis ist auch Teil des Multipass-Tickets von Narbo Via.
- Das Oppidum d’Ensérune: Eine faszinierende archäologische Stätte auf einem Hügel westlich von Béziers mit Überresten einer vorrömischen und römischen Siedlung und Panoramablick auf den Étang de Montady.

Lohnt sich ein Besuch von Narbo über Narbonne?
Ja, Narbo Via ist absolut einen Besuch wert. Es ist ein beeindruckendes, modernes Museum, das das römische Narbonne durch immersive Ausstellungen, digitale Rekonstruktionen und eine hervorragende Sammlung von Artefakten zum Leben erweckt – alles untergebracht in einem beeindruckenden zeitgenössischen Raum.

Wir schätzten das klare Design des Museums, die mehrsprachige Beschilderung und den geschickten Einsatz von Medien, die das Erlebnis bereichern. Allein die Lapidarium-Wand ist einen Besuch wert! Das Museum schafft es außerdem hervorragend, Interesse und Wissenswertes über die Römerzeit in Einklang zu bringen.

Wenn Sie in oder in der Nähe von Narbonne wohnen, ist dies ein einfacher und lohnender kultureller Ausflug, insbesondere an heißen oder regnerischen Tagen. Für Liebhaber der römischen Geschichte ist es ein Muss! Für Gelegenheitsbesucher ist es ein überraschend spannender Einblick in die antike Vergangenheit der Stadt.

